( A B D E F G H I L M P Q R S T V W

Antimuslimischer Rassismus/Islamfeindlichkeit

Antimuslimischer Rassismus, Islam- und Muslimfeindlichkeit spielen in verschiedenen antifeministischen Erzählungen eine Rolle. Viele Antifeminist*innen glauben an die Verschwörungserzählung des großen Austauschs‘, in der behauptet wird, muslimische Zuwanderer*innen würden Europa unterlaufen und ‚islamisieren‘ und seien eine Gefahr für das ‚weiße Volk‘. Dieses wäre durch den Geburtenrückgang, für den Feminist*innen verantwortlich seien, vom Aussterben bedroht.

‚Der muslimische Mann‘ wird von Antifeminist*innen als übergriffig, gewaltbereit und unangepasst stilisiert. Gleichzeitig wird ein einseitiges Bild von ‚der muslimischen Frau‘ als handlungsunfähiges Opfer gezeichnet, die von ihrem Mann aber auch u.a. durch das Kopftuchgebot des Islams unterdrückt wird.

Wichtig: Betroffen von diesen Stereotypen sind Menschen, die als fremd markiert  werden – ganz unabhängig davon, ob sie sich selbst als muslimisch verstehen oder nicht.

 

Hass im Netz und was wir dagegen tun können | Kübra Gümüşay - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt

video-thumbnail Direkt auf YouTube ansehen
Beschreibung

In ihrem Vortrag spricht Kübra Gümüşay, Jounalistin, Bloggerin und Netzaktivistin, über Hass im Netz. Sie geht auf das jüngste Erstarken rechter Positionen und offenkundigen Rassismen und Sexismus ein. Hassaktivitäten werden immer beiläufiger. Das Internet bietet für diesen Hass ein Echo, denn es gibt selten eine negative Sanktionierung. Durch das ständige Widerspiegeln wird der Hass dauerhaft bestätigt. Und was passiert, wenn wir immer nur mit den Dingen bespielt werden, die wir vermeintlich sehen wollen? Es erfolgt eine Radikalisierung im Netz: Wie gehen wir mit dieser Abspaltung um? Und ist eine Annäherung unterschiedlicher Sichtweisen noch möglich?

Das Erkennen unterschiedlicher Positionen ist für Gümüşay ein wichtiger Bestandteil eines zeitgemäßen Feminismus. Ein intersektionaler Feminismus nimmt Strukturen und Zusammenhänge unterschiedlicher Unterdrückungsformen wahr. So geht es darum, gegen unterschiedliche Diskriminierungsformen aktiv zu werden, oder zumindest Diskriminierungen nicht zu reproduzieren. Wir können alle auf unterschiedliche Weise aktiv werden und handeln, was Gümüşay als Kompromiss zwischen Idealen und Realität beschreibt. Was Gümüşay vermisst, ist Wohlwollen. Wohlwollen für Menschen, die in ihrem Handeln eventuell Diskriminierungen wiedergeben. Ohne Wohlwollen droht nämlich die Angst, etwas falsch zu machen und damit Menschen davon abzuhalten, aktiv zu werden. Letztendlich gibt es laut Gümüşay keine perfekte Feministin, aber es zu versuchen ist auf jeden Fall besser, als nichtmal damit anzufangen.