Aktivistische Gruppen/Organisationen

Antifeminismus: Judith Rahner im Gespräch bei Allgäu rechtsaußen #009 - Allgäu rechtsaußen

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Antifeminismus ist eng mit der extremen Rechten verbunden. Mit dem Erstarken des Rechtsextremismus und -Populismus wird somit auch der Antifeminismus immer weiter verbreitet und stärker anerkannt. Was ist also Antifeminismus? Welche Berührungspunkte mit anderen gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten hat Antifeminismus? Auf welchen Geschlechterrollen fußt Antifeminismus und wie sieht es bei rechten Frauen aus?

Auch bei rechten Terrorattacken wie dem Attentäter von Halle spielte antifeministisches Gedankengut eine zentrale Rolle. Und dennoch wird Antifeminismus auch in der politischen Mitte anerkannt. Welche aktuellen Beispiele im breiten gesellschaftlichen Diskurs gibt es gerade? Organisierte antifeministische Angriffe gegen Schwangerschaftsabbrüche im Allgäuer Umfeld (u. a. in Memmingen siehe "Lebensschützer im Allgäu: Professionell und ohne Kompromisse", Magdalena Zimmermann 2019) werden in diesem Beitrag ausführlicher behandelt. Im Gespräch mit den Macher*innen von Allgäu rechtsaußen erklärt Judith Rahner, Leiterin der Fachstelle Gender, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, wie weit verbreitet Antifeminismus ist, was ihn gefährlich macht, und was man dagegen tun kann.

Themen, die außerdem behandelt werden, sind:

  • Leerstellen im Themenfeld Antifeminismus
  • rechte rassistische Instrumentalisierung des Themas Gewalt gegen Frauen
  • Diskurse über Kindeswohl und des antifeministischen Begriffes der "Frühsexualisierung"
  • die Veschwörungserzählung des sogenannten "großen Austauschs"

Schwangere unter Druck – Wie ein Verein in Sachsen Abtreibungen verhindern will | Doku | exactly - MDR Investigativ

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Beschreibung

Der Verein Kaleb Chemnitz e.V. wird offiziell als Schwangerschaftsberatungsstelle des sächsischen Familienministeriums ausgewiesen. Zudem gibt er Eltern-Kind-Kurse und Sexualkundeunterricht für Jugendliche. Er wird vom Freistaat Sachsen gefördert. Sabine Cygan macht sicht undercover auf dem Weg, um Vorwürfe gegenüber dem Verein nachzugehen: Der Verein Kaleb Chemnitz e.V. soll konfessionell-motivierte Beratungen durchführen und der sogenannten (evangelikalen) Lebensschutzbewegung angehören. Sabine Cygan erlebt es selbst nach und tauscht sich mit Personen unterschiedlicher Perspektiven aus. Sie spricht auch mit Prof. Dr. Sabine Busch, Professorin für Familienplanung an der Hochschule Merseburg, über die Konsequenzen, die eine solche ideologisch-motivierte Beratung mit sich bringen kann, denn ergebnisoffen ist die Beratung nicht. Doch wie reagiert das Ministerium auf die Vorwürfe?

Beschreibung

Die Online-Veranstaltung "Wir müssen reden" am 07. September 2022 bat die Gelegenheit, etwas mehr über das Phänomen Antifeminismus zu erfahren und Fragen aus dem Publikum zu besprechen. Dabei sprechen Ulla Wittenzellner, Henning von Bargen und Judith Rahner zunächst darüber, was Antifeminismus eigentlich genau bedeutet. Sie beschreiben Räume und Akteur*innen der Antifeminismus-Bewegung und generelle Haltungen und Aussagen. Als Grundüberzeugungen werden die vermeintlich "natürliche" Einteilung der Menschheit in Mann und Frau, starre Geschlechterrollen, die Reproduktionsanforderung, und ein Glauben an unterschiedliche, in Konkurrenz stehende Nationen/Kulturen identifiziert. Weiter werden der Fokus und Zielgruppen des Hasses dargestellt und aufgezeigt, wie Antifeminismus mit rechter Politik, sowohl als auch mit u. a. Antisemitismus, Transfeindlichkeit und Rassismus verbunden ist. Auch wird der Unterschied zwischen Sexismus und Antifeminismus erklärt. In dem Impulsvortrag wird sich auch auf die Ergebnisse der Leipziger Autoritarismusstudie von 2022 berufen. In der anschließenden Fragerunde geht es auch um den aktuellen Stand der Forschung im Bereich Antifeminismus, sowie antifeministischen Strömungen im linken politischen Lager bzw. ob sich linke Politik mit Antifeminismus kombinieren lässt. 

Im Anschluss des Vortrags fand ein moderiertes Gespräch mit Vertreter*innen der Zivilgesellschaft statt. In der Runde wurden zunächst die Organisationen der Vertreter*innen vorgestellt. Danach ging es um die Verwicklungen unterschiedlicher Anfeindungen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeiten. Auch wurden Strategien im Umgang mit Hass im Bekanntenkreis und in der Öffentlichkeit, sowie Wege zur Selbstfürsorge besprochen. Die Teilnehmenden betonten auch die Wichtigkeit der Vernetzung unter emanzipatorischen Gruppen und Organisationen, sowie der gegenseitigen Solidarisierung. 

Zum Schluss wurde das das Projekt „Antifeminismus begegnen – Demokratie stärken“ genauer vorgestellt.

Mit:

  • Hannah Wagner, pro familia Frankfurt/M.
  • Lisanne Heilmann, Queere Bildung e. V./soorum Hamburg
  • Juliane Fischer-Rosendahl, BAG kommunale Frauen- und Gleichstellungsstellen und Gleichstellungsbeauftragte im Bezirksamt Spandau, Berlin
  • Vertreter*innen de Verbundprojekts „Antifeminismus begegnen – Demokratie stärken“
Beschreibung

USA in den 1970ern: Phyllis Schlafly ist eine zentrale konservative, antifeministische Aktivistin im Kampf gegen die Durchsetzung des Equal Rights Amendment (ERA). Das ERA ist ein Verfassungszusatz, der die Gleichstellung von Frauen und Männern gesetzlich in den USA festschreiben soll. Schlafly wird dabei begleitet, wie sie das Konstrukt der traditionellen, heteronormativen (weißen) Familie beschützen will. Darüberhinaus arbeitet sie gegen Schwangerschaftsabbrüche und gleichgeschlechtliche Ehen und verstrickt sich dabei in Widersprüche: Inwieweit kann eine politische Lobbyistin, die zwar Mehrfachmutter ist, die Care-Arbeit selbst aber nicht erledigt, Repräsentantin für traditionelle Hausfrauen sein? Wird Schlafly von ihren männlichen Kollegen ernstgenommen? Ihre politisch-aktivistischen Gegnerinnen machen ihr außerdem das Leben schwer: Die Feministinnen der 2. Welle, wie Shirley Chisholm, die erste Schwarze Präsidentschaftskandidatin bei den Demokraten 1972, Gloria Steinem, Betty Friedan, Bella Abzug und Jill Ruckelshaus.

Die historische Miniserie illustriert zum Großteil wahre Gegebenheiten.