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Schwangere unter Druck – Wie ein Verein in Sachsen Abtreibungen verhindern will | Doku | exactly - MDR Investigativ

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Beschreibung

Der Verein Kaleb Chemnitz e.V. wird offiziell als Schwangerschaftsberatungsstelle des sächsischen Familienministeriums ausgewiesen. Zudem gibt er Eltern-Kind-Kurse und Sexualkundeunterricht für Jugendliche. Er wird vom Freistaat Sachsen gefördert. Sabine Cygan macht sicht undercover auf dem Weg, um Vorwürfe gegenüber dem Verein nachzugehen: Der Verein Kaleb Chemnitz e.V. soll konfessionell-motivierte Beratungen durchführen und der sogenannten (evangelikalen) Lebensschutzbewegung angehören. Sabine Cygan erlebt es selbst nach und tauscht sich mit Personen unterschiedlicher Perspektiven aus. Sie spricht auch mit Prof. Dr. Sabine Busch, Professorin für Familienplanung an der Hochschule Merseburg, über die Konsequenzen, die eine solche ideologisch-motivierte Beratung mit sich bringen kann, denn ergebnisoffen ist die Beratung nicht. Doch wie reagiert das Ministerium auf die Vorwürfe?

Beschreibung

Politiker*innen fordern die Rückkehr zur Wehrpflicht, Feuilletonist*innen machen sich lustig über angeblich zu weiche Männer, rechtspopulistische und antifeministische Gruppierungen fordern, die „wahre Männlichkeit“ wieder zu entdecken. Der Krieg gegen die Ukraine reaktiviert traditionelle Rollenstereotype und Ressentiments gegen feministische Politiken. Der Blick auf andere und vielfältige Vorstellungen von Mann-sein und Männlichkeit wird verstellt.

Weder in der allgemeinen Öffentlichkeit noch in den Wissenschaften wird sexualisierte Gewalt gegen Männer im Kontext von Krieg und Vertreibung eingehender thematisiert. Dieses Phänomen betrachtete und analysierte Dr. Yuriy Nesterko (Universitätsklinikum Leipzig) in einem Vortrag. Er schaute dabei auf internationale bewaffnete Konflikte der vergangenen vier Jahrzehnte zurück. Aus psychologischer Perspektive ging es ihm um die Bedeutung vom Streben nach Überlegenheit, Stärke und Dominanz, das sich in der mann-männlichen sexualisierten Gewalt manifestiert.

Im anschließenden von Simone Schmollack (taz) moderierten Gespräch diskutierten Dr. Yuriy Nesterko, Dr. Dag Schölper (Bundesforum Männer) und Anica Heinlein (CARE). Es wurde – auch unter dem Eindruck der aktuellen Kriegssituation in der Ukraine – der Frage nachgegangen, inwiefern eine feministische (Außen-)Politik zu einer Perspektiverweiterung beitragen kann: Auch Männer* sollten als vulnerable Gruppe gesehen werden können. Vielfältige, nicht traditionelle Männlichkeitsvorstellungen wirken antifeministischen Entwicklungen entgegen.

Mit

  • Dr. Yuriy Nesterko (Universität Leipzig)
  • Dr. Dag Schölper (Bundesforum Männer)
  • Anica Heinlein (CARE)
  • Moderation: Simone Schmollack (taz)