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Migration

Das Thema Migration wird von antifeministischen Akteur*innen instrumentalisiert, um Zusprüche in der Gesellschaft zu gewinnen. Beispielsweise wird gefordert, man müsse Migration und Asylrecht beschränken, um deutsche Frauen vor übergriffigen Migranten oder emanzipative Errungenschaften zu schützen. Antifeminismus, Sexismus und Gewalt gegen Frauen werden dabei fälschlicherweise als durch Migration nach Deutschland getragenes Problem dargestellt. Oder aber es wird behauptet, der Feminismus sei schuld an der Migrationspolitik, die zu Überfremdung führen würde. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch die Verschwörungserzählung des Großen Austauschs genannt.

Beschreibung

Im Panel zum Thema der sozialen Frage und Antifeminismus sprach Prof. Annette Henninger (Uni Marburg): "Antifeminismus in Deutschland: Das Liberalisierungs-Paradox". Was ist das Liberalisierungsparadox? Zum einen ist es die Liberalisierung der Einstellung zu den Geschlechtern und zur Gleichstellung, zum anderen erstarken rechte Haltungen.

Wie lässt sich das Ganze erklären? Dazu führt Henninger Thesen auf: Antifeministische Haltungen versprechen eindeutige, festgelegte Identitäten, die im Hinblick auf Unsicherheiten diese vermeintlich beruhigen können. Das führt zu einer De-Thematisierung sozialer Ungleichheiten. Anhand mehrerer Fallstudien untermauert Henninger diese Thesen mit konkreten Ergebnissen. Dabei zeigt sie sechs Bereiche auf, die die Anschlussfähigkeit antifeministischer Diskurse im Mainstream beschreiben: die Ethnisierung von Sexismus, antifeministische Haltungen in der Wissenschaft, Sexualpädagogik, Mutterschaftsdiskurse, die Ehe für alle und politische Leitmedien.

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