Männlichkeit in Zeiten des Krieges - Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe - Heinrich-Böll-Stiftung

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Veranstaltungsmitschnitt

Männlichkeit in Zeiten des Krieges

Politiker*innen fordern die Rückkehr zur Wehrpflicht, Feuilletonist*innen machen sich lustig über angeblich zu weiche Männer, rechtspopulistische und antifeministische Gruppierungen fordern, die „wahre Männlichkeit“ wieder zu entdecken. Der Krieg gegen die Ukraine reaktiviert traditionelle Rollenstereotype und Ressentiments gegen feministische Politiken. Der Blick auf andere und vielfältige Vorstellungen von Mann-sein und Männlichkeit wird verstellt.

Weder in der allgemeinen Öffentlichkeit noch in den Wissenschaften wird sexualisierte Gewalt gegen Männer im Kontext von Krieg und Vertreibung eingehender thematisiert. Dieses Phänomen betrachtete und analysierte Dr. Yuriy Nesterko (Universitätsklinikum Leipzig) in einem Vortrag. Er schaute dabei auf internationale bewaffnete Konflikte der vergangenen vier Jahrzehnte zurück. Aus psychologischer Perspektive ging es ihm um die Bedeutung vom Streben nach Überlegenheit, Stärke und Dominanz, das sich in der mann-männlichen sexualisierten Gewalt manifestiert.

Im anschließenden von Simone Schmollack (taz) moderierten Gespräch diskutierten Dr. Yuriy Nesterko, Dr. Dag Schölper (Bundesforum Männer) und Anica Heinlein (CARE). Es wurde – auch unter dem Eindruck der aktuellen Kriegssituation in der Ukraine – der Frage nachgegangen, inwiefern eine feministische (Außen-)Politik zu einer Perspektiverweiterung beitragen kann: Auch Männer* sollten als vulnerable Gruppe gesehen werden können. Vielfältige, nicht traditionelle Männlichkeitsvorstellungen wirken antifeministischen Entwicklungen entgegen.

Mit

  • Dr. Yuriy Nesterko (Universität Leipzig)
  • Dr. Dag Schölper (Bundesforum Männer)
  • Anica Heinlein (CARE)
  • Moderation: Simone Schmollack (taz)
Bemerkungen

Das Video ist ein Mitschnitt der Veranstaltung am 21. November 2022. Bei Interesse kann Ihnen die Folienpräsentation zugesendet werden. Bitte schreiben Sie dazu eine Email an antifeminismus@boell.de.

Didaktische Hinweise

Der Mitschnitt eignet sich für die fachspezifische Arbeit zu den Schwerpunktthemen Männlichkeiten, Krieg, sexualisierte und/oder geschlechtsspezifische Gewalt gegen Männer, insbesondere im Bereich der Psychologie und Soziologie. Die Sprache und Begriffe sind akademisch und daher für ein Fachpublikum geeignet. Der Gesprächsteil am Anschluss an den Vortrag bettet das Thema mehr in die breite Gesellschaft ein und beleuchtet hier vor allem den Fokus auf feministische Außenpolitik.

Im Kontext Antifeminismus dient das Video daher eher zur Aufklärung über nicht-dominante Facetten von Männlichkeiten, die Männer als Betroffene von Gewalt (durch Männer) in den Fokus rücken.

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