Das Video porträtiert die Lage und aktuelle Entwicklungen zum Schwangerschaftsabbruch in Polen, Deutschland und weltweit im Jahr 2020. Hanna von Dziewuchy Berlin, einem queerfeministischen polnischen Kollektiv in Berlin, gibt Antworten zur Frage: Wie unterscheidet sich die Lage in Polen 2020 im Gegensatz zu 2016, wo bereits versucht wurde, Schwangerschaftsabbrüche zu kriminalisieren? Und was hat eine nationalistische, religiös-fundamentalistische und rechtsextreme Gesinnung damit zu tun? Während die juristische Lage in Deutschland zwar etwas besser ist, kommt hier der starke Gegenwind vor allem aus der Gesellschaft, was Dr. med. Jana Maeffert von Doctors for Choice berichtet. Der „Marsch fürs Leben“, der zu den Positionierungen von „Pro-Life“ (alternativ: Lebensschützer*innen) einzuordnen ist, gewinnt immer mehr Anhänger*innen, die teils Praxen und Kliniken bedrohen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Lilli vom What the Fuck?!-Bündnis beschreibt, wie Aktivist*innen, die sich gegen den Marsch fürs Leben stellen, Repressionen von Staatsbehörden erleben.
Antifeminismus ist nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern ein wachsendes Problem. Die Fidesz-Partei des ungarischen Präsidenten Victor Orbán vertritt eine Frauen- und Familienpolitik im Sinne des Familismus, die Frauen auf die Rolle der Mutter und Hausfrau reduziert. In Polen existieren sogenannten LGBT-freien Zonen, zu denen sich einige Gemeinden Polens unter der rechtsnationalen Regierung der PIS-Partei ausgerufen haben. Die Akteur*innen wirken dabei sowohl auf nationaler als auch transnationaler Ebene und sind häufig personell und finanziell miteinander vernetzt – auch über die EU-Grenzen hinaus.