Fachexpert*innen, Forschende, Lehrbeauftragte

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Der Journalist Thomas Gesterkamp spricht im Rahmen der Netzwerk-Tagung „Haltung zeigen" mit dem Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Dr. Klaus Theweleit zur Frage „Ist Männlichkeit gefährlich?“. Theweleit spricht über psychoanalytische Ansätze zu Männlichkeit und Männern. Dabei geht es um Themen wie die Verbindung von Faschismus, Körperpanzer und Militarismus, Aggressionen, Beziehungsverhalten und Geschlechterrollen. Auch Incels (engl. "involuntary celibates", zu deutsch "unfreiwillige Zölibatäre") und rechter Terror werden thematisiert.

Vortrag: Netzwerkkonferenz Haltung zeigen - Heinrich-Böll-Stiftung

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Im ersten Vortrag des Panels gibt Prof. Ursula Birsl der Uni Marburg einen Blick auf Deutschland, insbesondere Westdeutschland. Dabei definiert sie zunächst den zentralen Fokus von Feminismus, Herrschaft und Emanzipation und nicht Geschlecht. Birsl plädiert dafür, den Antifeminismus als weltanschauliche Gegenbewegung dazu zu verstehen, benennt entsprechende Akteur*innen und geht auch historisch auf Entwicklungen ein. Birsl betont die Rolle der Forschung zur fundamentalistisch-christlichen Rechten und Unterschiede in den Gesellschaftsschichten.

Vortrag Prof. Ursula Birsl (00:35:43) Abstract zum Vortrag

Im zweiten Vortrag spricht Neil Datta (European Parliamentary Forum for Sexual & Reproductive Rights) auf English über Anti-Gender-Mobilisierungen im europäischen Kontext. Datta erklärt die historische Entwicklung dieser Bewegungen: Welche Themen und damit auch Angriffsziele sind hier besonders relevant und warum? Kernthemen sind sexuelle und reproduktive Rechte, LGBTQI-Rechte, Kinderrechte, "Gender" und Gesetze und Politiken rund um Hassrede und Diskriminierung.

Vortrag Neil Datta (00:29:22)

Tagung: Was ist das für 1 Männlichkeit? Input Andreas Kemper - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt

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Im Rahmen der Tagung "Was ist das für 1 Männlichkeit?" geben Andreas Kemper, Dr. Klemens Ketelhut und Dayana Lau Vorträge zum Thema. 

Trump und die Bundestagswahl Fordistische Männlichkeiten im Postfordismus

Der Vortrag des Soziologen Andreas Kemper geht zunächst auf Probleme der Empirie ein. Verschiedene Studien zum Wahlverhalten und der Alternative für Deutschland (AfD) kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Zudem gibt es Interpretationsprobleme bei den Studienergebnissen. Kemper greift deshalb zu Analysemodellen und Begrifflichkeiten der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts und baut diese in moderne Forschung ein. Er betont deshalb die Erkenntnisse des Feminismus, die Relevanz von Traumata, und eine genauere Kapitalismusanalyse. Daraufhin erklärt Kemper Habitus-Regime-Konflikte, Postfordismus und wie Männlichkeiten dadurch geprägt wurden. Am Ende geht Kemper auf drei Handlungsansätze ein.

Video 1 "Trump und die Bundestagswahl: Fordistische Männlichkeiten im Postfordismus (00:34:52)

Erstarkender anti feministischer Gegenwind. Eine Bestandsaufnahme

Dr. Klemens Ketelhut spricht zunächst aus einer gesellschaftspolitischen Perspektive: Ketelhut betont, dass Antifeminismus kein neues Phänomen ist und als Ziel die Verteidigung der patriarchalen Strukturen hat. Es geht um die Männerrechtsbewegung, um Schnittmengen mit dem rechten politischen Spektrum und die Bildungsplan-Debatte.

Dayana Lau blickt auf die Wissenschaft und wie in dem Bereich aus einer antifeministischen Sicht debattiert wird. Es geht um Vorwürfe gegenüber Genderstudies und dem Wissenschaftsverständnis antifeministischer Akteur*innen. Zusammenfassend erklärt Lau, dass Antifeminismus jegliche Liberalisierung der Geschlechternormen zurückweist, und diese Debatten nicht sachlich, sondern polemisch und emotional führt. Antifeminismus pocht auf eine hierarchische Gesellschaftsordnung, wodurch auch Frauen in antifeministischen Kreisen erklärt werden.

Video 2 "Erstarkender anti feministischer Gegenwind. Eine Bestandsaufnahme" (00:30:23)

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Im Abschlusspanel sprechen zunächst Ulle Schauws (MdB) und Dr. Dag Schölper (Bundesforum Männer) über die Rolle der Solidarität und wie diese aussehen kann. Auch Tagungsteilnehmende der Gruppen und Organisationen schließen sich der Diskussion an und geben Impulse zum Thema. Wo und durch was können Menschen sich solidarisch zeigen? Welche Rolle hat Selbstfürsorge in diesem Kontext? Und was wird benötigt, um Solidarität zeigen zu können?

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Im Panel zum Thema der sozialen Frage und Antifeminismus sprach Prof. Annette Henninger (Uni Marburg): "Antifeminismus in Deutschland: Das Liberalisierungs-Paradox". Was ist das Liberalisierungsparadox? Zum einen ist es die Liberalisierung der Einstellung zu den Geschlechtern und zur Gleichstellung, zum anderen erstarken rechte Haltungen.

Wie lässt sich das Ganze erklären? Dazu führt Henninger Thesen auf: Antifeministische Haltungen versprechen eindeutige, festgelegte Identitäten, die im Hinblick auf Unsicherheiten diese vermeintlich beruhigen können. Das führt zu einer De-Thematisierung sozialer Ungleichheiten. Anhand mehrerer Fallstudien untermauert Henninger diese Thesen mit konkreten Ergebnissen. Dabei zeigt sie sechs Bereiche auf, die die Anschlussfähigkeit antifeministischer Diskurse im Mainstream beschreiben: die Ethnisierung von Sexismus, antifeministische Haltungen in der Wissenschaft, Sexualpädagogik, Mutterschaftsdiskurse, die Ehe für alle und politische Leitmedien.

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