Podcast-Episode 1/3

Rebekka Blum über Antifeminismus als Brückenideologie

Antifeminismus ist mehr als nur die Ablehnung feministischen Denkens – er ist ein politisches Phänomen, das in Krisenzeiten an Fahrt aufnimmt. In diesem Beitrag setzt sich Rebekka Blum mit seinen Erscheinungsformen auseinander, besonders in der (Post-)Migrationsgesellschaft. Blum ist Soziologin und Expertin für Antifeminismus und rechte Bewegungen. Im Podcast erklärt sie, warum Antifeminismus so gut als Brückenideologie fungiert: Er verbindet scheinbar unvereinbare Gruppen wie Rechte, Konservative oder religiöse Fundamentalist*innen, die in ihrer Ablehnung von Gleichstellung oder Feminismen gemeinsame Narrative finden.

Blum zeigt, dass Antifeminismus historische Kontinuitäten aufweist. Traditionelle Geschlechterrollen werden als „natürlich“ dargestellt, während feministische Errungenschaften wie Gleichberechtigung oder LGBTIQ+-Rechte als Bedrohung diffamiert werden. Besonders tückisch sind antifeministische Verschwörungsmythen, die oft antisemitisch oder rassistisch aufgeladen sind.

Antifeministische Angriffe richten sich vor allem gegen feministische Aktivist*innen und Migrant*innen, LGBTIQ+ Personen und progressive Politiker*innen. Dabei ist Antifeminismus nicht mit Sexismus gleichzusetzen: Während Sexismus oft individuell und alltagsbezogen ist, handelt es sich bei Antifeminismus um organisierten Widerstand. Er ist schwer zu erkennen, weil er sich als „Kritik“ tarnt, scheinbar progressive Argumente nutzt oder sich mit anderen Ideologien wie Rassismus oder Nationalismus vermischt.

Zur Podcastfolge

Bemerkungen

Der Podcast ist Teil 1/3 einer Serie zu "Antifeminismus in der (Post-) Migrationsgesellschaft" und Teil eines Medienprojekts der Freiburger InZeitung mit dem gleichnamigen Titel.