"Alice für Alice | Frauenrechtlerin unterstützt AfD"
Der Debattenbeitrag von Raweel Nasir kritisiert die öffentliche Rolle von Alice Schwarzer. Wenn prominente Akteurinnen feministische Sprache und Konzepte nutzen, um gegen marginalisierte Gruppen bzw. Frauen zu argumentieren, wie feministisch sind sie dann eigentlich?
Zentraler Vorwurf: Schwarzer vertrete kein emanzipatorisches, intersektionales Verständnis von Feminismus, sondern ein normatives weißes und cis-weibliches. Ob Kopftuch-Debatte, Sexarbeit oder Transgeschlechtlichkeit – statt Möglichkeitsräume zu erweitern, würden sie begrenzt. Feminismus, so die Gegenposition im Text, müsse Selbstbestimmung für alle Frauen und FLINTA* stärken, unabhängig von Religion, Herkunft, Geschlechtsidentität oder sozialer Lage.
Besonders kritisch beleuchtet wird Schwarzers publizistisches Magazin Emma. Ihre Äußerungen zu Transgeschlechtlichkeit werden als transfeindlich eingeordnet und als diskursive Annäherung an rechte Narrative bewertet.
Der Text plädiert daher für eine klare Abgrenzung gegenüber einem exklusiven, kulturkämpferischen Feminismus und für eine solidarische, intersektionale Praxis, die u. a. Rassismus, Transfeindlichkeit und Klassismus zusammendenkt.