Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Unter der Bezeichnung Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) werden Einstellungen verstanden, die Menschen auf Grund einer tatsächlichen oder zugeschriebenen Gruppenzugehörigkeit abwerten. Dem Zugrunde liegt eine Ideologie der Ungleichwertigkeit, also die Überzeugung, dass manche Menschen(gruppen) weniger wert sind als andere. Es wurde festgestellt, dass die Facetten von GMF selten alleine auftreten: Personen, die z. B. abwertend über Homosexuelle denken, zu einer höheren Wahrscheinlichkeit auch abwertend über andere diskriminierte Gruppen, z. B. trans* Personen, denken. GMF und die dazugehörigen Verschränkungen spielen nicht nur in rechtsextremen Kreisen eine Rolle, sondern sind weit in der Gesellschaft verbreitet. GMF tritt auch in Zusammenhang mit Antifeminismus auf. So ist laut der Leipziger Autoritarismus-Studie 2022 die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Person, die ein antifeministisches Weltbild hat, auch antisemitische oder rassistische Einstellungen vertritt.

Antifeminismus: Judith Rahner im Gespräch bei Allgäu rechtsaußen #009 - Allgäu rechtsaußen

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Beschreibung

Antifeminismus ist eng mit der extremen Rechten verbunden. Mit dem Erstarken des Rechtsextremismus und -Populismus wird somit auch der Antifeminismus immer weiter verbreitet und stärker anerkannt. Was ist also Antifeminismus? Welche Berührungspunkte mit anderen gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten hat Antifeminismus? Auf welchen Geschlechterrollen fußt Antifeminismus und wie sieht es bei rechten Frauen aus?

Auch bei rechten Terrorattacken wie dem Attentäter von Halle spielte antifeministisches Gedankengut eine zentrale Rolle. Und dennoch wird Antifeminismus auch in der politischen Mitte anerkannt. Welche aktuellen Beispiele im breiten gesellschaftlichen Diskurs gibt es gerade? Organisierte antifeministische Angriffe gegen Schwangerschaftsabbrüche im Allgäuer Umfeld (u. a. in Memmingen siehe "Lebensschützer im Allgäu: Professionell und ohne Kompromisse", Magdalena Zimmermann 2019) werden in diesem Beitrag ausführlicher behandelt. Im Gespräch mit den Macher*innen von Allgäu rechtsaußen erklärt Judith Rahner, Leiterin der Fachstelle Gender, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, wie weit verbreitet Antifeminismus ist, was ihn gefährlich macht, und was man dagegen tun kann.

Themen, die außerdem behandelt werden, sind:

  • Leerstellen im Themenfeld Antifeminismus
  • rechte rassistische Instrumentalisierung des Themas Gewalt gegen Frauen
  • Diskurse über Kindeswohl und des antifeministischen Begriffes der "Frühsexualisierung"
  • die Veschwörungserzählung des sogenannten "großen Austauschs"