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Männerrechtler/Maskulinisten

Als Männerrechtler oder Maskulinisten werden Personen bezeichnet, die sich vermeintlich für die Belange von Männern einsetzen. Im Gegensatz zur profeministischen Männerarbeit haben sie eine antifeministische Grundhaltung. Männerrechtler/Maskulinisten gehen davon aus, dass die Geschlechtergleichstellung längst erreicht wäre, oder sogar, dass Frauen bereits mehr Rechte und Macht in der Gesellschaft hätten. Teilweise begründen sie diese Annahme mit antifeministischen Verschwörungserzählungen, schüren Hass gegenüber Personen, die sich für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen und/oder sind misogyn.

 

Tagung: Was ist das für 1 Männlichkeit? Input Andreas Kemper - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt

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Beschreibung

Im Rahmen der Tagung "Was ist das für 1 Männlichkeit?" geben Andreas Kemper, Dr. Klemens Ketelhut und Dayana Lau Vorträge zum Thema. 

Trump und die Bundestagswahl Fordistische Männlichkeiten im Postfordismus

Der Vortrag des Soziologen Andreas Kemper geht zunächst auf Probleme der Empirie ein. Verschiedene Studien zum Wahlverhalten und der Alternative für Deutschland (AfD) kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Zudem gibt es Interpretationsprobleme bei den Studienergebnissen. Kemper greift deshalb zu Analysemodellen und Begrifflichkeiten der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts und baut diese in moderne Forschung ein. Er betont deshalb die Erkenntnisse des Feminismus, die Relevanz von Traumata, und eine genauere Kapitalismusanalyse. Daraufhin erklärt Kemper Habitus-Regime-Konflikte, Postfordismus und wie Männlichkeiten dadurch geprägt wurden. Am Ende geht Kemper auf drei Handlungsansätze ein.

Video 1 "Trump und die Bundestagswahl: Fordistische Männlichkeiten im Postfordismus (00:34:52)

Erstarkender anti feministischer Gegenwind. Eine Bestandsaufnahme

Dr. Klemens Ketelhut spricht zunächst aus einer gesellschaftspolitischen Perspektive: Ketelhut betont, dass Antifeminismus kein neues Phänomen ist und als Ziel die Verteidigung der patriarchalen Strukturen hat. Es geht um die Männerrechtsbewegung, um Schnittmengen mit dem rechten politischen Spektrum und die Bildungsplan-Debatte.

Dayana Lau blickt auf die Wissenschaft und wie in dem Bereich aus einer antifeministischen Sicht debattiert wird. Es geht um Vorwürfe gegenüber Genderstudies und dem Wissenschaftsverständnis antifeministischer Akteur*innen. Zusammenfassend erklärt Lau, dass Antifeminismus jegliche Liberalisierung der Geschlechternormen zurückweist, und diese Debatten nicht sachlich, sondern polemisch und emotional führt. Antifeminismus pocht auf eine hierarchische Gesellschaftsordnung, wodurch auch Frauen in antifeministischen Kreisen erklärt werden.

Video 2 "Erstarkender anti feministischer Gegenwind. Eine Bestandsaufnahme" (00:30:23)