(Fach-)Öffentlichkeit/Zivilgesellschaft

Menschenrechte im Fokus – Geschlechtsspezifische Gewalt - Deutsches Institut für Menschenrechte

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Beschreibung

In diesem Video spricht Müşerref Tanrıverdi über geschlechtsspezifische Gewalt. Sie ist Leiterin der Berichterstattungsstelle geschlechtsspezifische Gewalt des Deutschen Instituts für Menschenrechte. 

Geschlechtsspezifische Gewalt ist jede Form von Gewalt, die sich gegen eine Person aufgrund ihres Geschlechts richtet. Das kann z. B. körperliche, sexualisierte, psychische und wirtschaftliche Gewalt sein. Besonders betroffen sind Frauen, trans*, inter* und nicht-binäre Personen. Geschlechtsspezifische Gewalt ist eine Menschenrechtsverletzung, die jeden Tag stattfindet und in allen Bereichen vorkommt – am Arbeitsplatz, auf der Straße und in Beziehungen. In organisierter oder politisch motivierter Form kann sie antifeministisch sein, z. B. in Form einer abwertenden Hasskampagne gegen eine Politikerin.

Tanrıverdi  spricht im Video auch über die sogenannte Instanbul-Konvention. Sie ist ein Menschenrechtsvertrag, der die unterzeichnenden Staaten verpflichtet, geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen. Von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffene Personen brauchen Unterstützung, z. B. durch Beratungsstellen und Frauenhäuser. Für marginalisierte Menschen, also z. B. Menschen ohne Papiere oder ohne festen Wohnsitz, ist es besonders schwer, Hilfe zu bekommen.

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Natascha Strobl, Rechtsextremismus-Expertin, beschreibt in diesem Kurzvideo den Zusammenhang zwischen Antifeminismus und rechten, rechtsextremistischen und faschistischen Ideologien und erläutert, dass und auf welche Weise diese Ideologien immer auch antifeministisch sind. Sie zeigt, dass Antifeminismus nicht nur ein Begriff in der Diskurstheorie ist, sondern dass ihm einerseits bestehende materielle Ungleichheiten und andererseits konkrete Vorstellungen darüber zugrunde liegen, wie die Gesellschaft neu geordnet werden soll. Wie sieht es also beispielsweise um Anerkennung und Belohnung in Arbeit, Sorgeabeit, Bildung und Erziehung aus? Wie (un)gleich sind Macht und Einkommen verteilt und was wünschen sich Feminist*innen und Antifeminist*innen für die Zukunft? Diese Fragen müssen auch immer intersektional z. B. im Zusammenhang mit Klasse, Ethnie und Herkunft verhandelt werden.

Natascha Strobl macht deutlich, dass es von verbalem Antifeminismus hin zu Gewalt nicht weit ist: Wenn antifeministisches Gedankengut in allen Gesellschaftsschichten verbreitet ist, kann es auch überall dort als Rechtfertigung und Ausgangspunkt für vielfältige Formen von Gewalt herhalten, von denen Femizide nur die Spitze des Eisbergs sind. 

Die abschließenden Ausführungen machen Hoffung: Natascha Strobl benennt Projekte und Bewegungen, die intersektional denken und feministische Forderungen voran bringen. Es gibt sie weltweit: In Lateinamerika, den USA, Deutschland ...

Beschreibung

Das Video dokumentiert die Vorstellung des Berichts „The Next Wave: How Religious Extremism Is Regaining Power“ am 26. Juni 2025 im Europäischen Parlament in Brüssel.

Neil Datta, Exekutivdirektor des European Parliamentary Forum for Sexual and Reproductive Rights (EPF) ist der Autor des Berichts. Der Bericht basiert auf fünf Jahren Forschung zu Anti-Gender-Bewegungen in Europa und ihren globalen Verflechtungen. David Paternotte, Soziologe an der Université libre de Bruxelles, liefert eine fundierte akademische Einordnung. Alexandra Geese, Abgeordnete der Grünen im Europaparlament, ergänzt politische Perspektiven.

Im Fokus des Berichts:Wie religiös motivierte Anti-Gender-Akteur*innen gezielt gegen Gleichstellung, queere Rechte, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung sowie gegen Teilaspekte von Kinderrechten und demokratischer Meinungsfreiheit vorgehen.

Zwischen 2019 und 2023 investierten rund 275 Organisationen in 28 europäischen Ländern (EU und darüber hinaus) etwa 1,18 Milliarden US-Dollar in Anti-Gender-Aktivitäten.

Fragen (und möglicherweise unerwartete Antworten) aus dem Bericht:

  • Welches Land ist Spitzenreiter bei der Finanzierung? USA, Russland oder Deutschland?
  • Welche Staaten spielen eine Schlüsselrolle?
  • Welche fünf Strategien nutzen die Akteur*innen besonders häufig?

Die Analyse zeigt: Diese Bewegungen sind längst kein Randphänomen mehr. Sie agieren international vernetzt, verfügen über erhebliche finanzielle Mittel und beeinflussen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft.

Der Bericht gliedert Anti-Gender-Aktivismus zudem in fünf strategische Handlungsfelder:

  • Religiöse Einflussnahme
  • Zivilgesellschaftliche Mobilisierung
  • Politische Lobbyarbeit und Parteieinfluss
  • Geopolitische Einflussnahme
  • Produktion und Manipulation von Wissen

Diese Entwicklungen stellen eine zentrale demokratiepolitische Herausforderung dar – für Bildung, Zivilgesellschaft und Parlamente gleichermaßen. Das Video bietet einen fundierten Einstieg und eignet sich ideal für bildungspolitische Auseinandersetzungen mit Antifeminismus und autoritären Bewegungen.