Das Video porträtiert die Lage und aktuelle Entwicklungen zum Schwangerschaftsabbruch in Polen, Deutschland und weltweit im Jahr 2020. Hanna von Dziewuchy Berlin, einem queerfeministischen polnischen Kollektiv in Berlin, gibt Antworten zur Frage: Wie unterscheidet sich die Lage in Polen 2020 im Gegensatz zu 2016, wo bereits versucht wurde, Schwangerschaftsabbrüche zu kriminalisieren? Und was hat eine nationalistische, religiös-fundamentalistische und rechtsextreme Gesinnung damit zu tun? Während die juristische Lage in Deutschland zwar etwas besser ist, kommt hier der starke Gegenwind vor allem aus der Gesellschaft, was Dr. med. Jana Maeffert von Doctors for Choice berichtet. Der „Marsch fürs Leben“, der zu den Positionierungen von „Pro-Life“ (alternativ: Lebensschützer*innen) einzuordnen ist, gewinnt immer mehr Anhänger*innen, die teils Praxen und Kliniken bedrohen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Lilli vom What the Fuck?!-Bündnis beschreibt, wie Aktivist*innen, die sich gegen den Marsch fürs Leben stellen, Repressionen von Staatsbehörden erleben.
Der Kampf für körperliche und reproduktive Selbstbestimmung ist eines der zentralen feministischen Themen. Darunter fällt auch das Recht auf Abtreibung, für welches sogenannte Pro-Choice-Aktivist*innen einstehen. Das Thema wird allerdings auch weltweit von Antifeminist*innen besetzt, die Schwangeren den Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen verwehren wollen. Diese selbsternannten ‚Lebensschützer*innen‘ der sogenannten Anti-Choice-Bewegung emotionalisieren und skandalisieren das Thema, beispielsweise indem sie von ‚Kindsmord‘ oder ‚Kindstötung‘ sprechen. Im deutschsprachigen Raum organisiert die Anti-Choice-Bewegung z. B. regelmäßig den ‚Marsch für das Leben‘.