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Intersektionalität

Mit dem Konzept der Intersektionalität (von engl. intersection = Schnittpunkt/Kreuzung) wird die Überschneidung/Kreuzung verschiedener Diskriminierungsformen beschrieben. Geprägt wurde der Begriff von der US-amerikanischen Juristin Kimberlé Crenshaw, die zur Situation von Schwarzen Frauen vor Gericht arbeitete. Diese würden nicht zum einen als Frauen und zum anderen als Schwarze Personen diskriminiert, sondern genau aus der Wechselwirkung und Verschränkung beider Diskriminierungsformen entsteht eine spezifische Form: Diskriminierung als Schwarze Frau.

Diese Wirkmechanismen spielen auch bei antifeministischen Haltungen eine Rolle und muss deshalb in eine Analyse einfließen: z. B. erlebt eine migrantisch-muslimisch gelesene Frau mit Kopftuch andere antifeministische Angriffe als ein queerer muslimischer Mann.

Beschreibung

Zunächst spricht Prof. Dr. Ilse Lenz, Soziologin über die Notwendigkeit, feministische Öffentlichkeiten wieder aufzubauen. Sie betont die Wichtigkeit der Intersektionalität und stellt unterschiedliche feministische Strömungen vor, auch welche Verbindungen zu anderen Bewegungen es gibt. Welche Probleme stellen sich demnach der breiten feministischen Öffentlichkeit? Für einen handlungsfähigen Feminismus braucht es laut Lenz deshalb intersektionale Analysen, Reflexions- und Kommunikationsfähigkeit, und strategische Debatten. Am Ende führt Lenz noch aus, wie Solidarität auf unterschiedliche Weise aussehen kann und wieso es "dritte Räume" zur Begegnung braucht. 

Prof. Dr. Ilse Lenz (00:23:13)

Dann spricht Peggy Piesche (bpb) zum Thema. Im Folgenden ein Abstrakt zum Vortrag:

Es lässt sich nur schwer ignorieren: es kriselt in der feministischen Vielfältigkeit. Wenn wir nach (neuen) Wegen solidarischer Zukunftsausrichtungen eines einschließenden Feminismus suchen und ein Wir möglichst breit und mitnehmend gestalten wollen, müssen wir uns Zeit nehmen für eine Bestandsaufnahme der verschiedenen Feminismen und ihrer jeweiligen Herrschaftsverstrickung. Diese Reflexion kann nur konstruktiv und gelingend sein, wenn sie intersektional vorgeht. D.h. wir müssen beginnen die machtvollen Distinktionen auszusprechen um Alternativen auf der Grundlage dieser Realitätsanerkennung entwickeln zu können. Das Ende des weißen Feminismus, wie wir ihn kennen, kündigt sich schon seit geraumer Zeit an. Gemeint ist ein Feminismus westlicher Couleur, der sich von Beginn an weißen Männern orientiert und sich vor allem als eine intellektuelle – und damit bürgerliche – Bewegung verstanden wissen will. Das Bürgerliche, mit seiner Betonung auf ökonomischer und sozialer Partizipation, ist der schlechteste Garant für grundlegende Veränderung. Die Rassismuskritik Schwarzer feministischer und PoC-feministischer Kollektive ist dagegen intersektional angelegt und verbindet die Kämpfe gegen Armut, Sexualisierung, Gewalt und Gefängnisse mit denen für reproduktive Gerechtigkeit, bessere Arbeitsbedingungen und das Recht auf Mobilität. Antworten auf die globalen Ungleichheitsverhältnisse sind nur so möglich. Vor diesem Hintergrund haben die verschiedenen Feminismen von heute unterschiedliche Ausgangsorte und damit auch unterschiedliche Wege und Aufgaben. Der Beitrag wird sich den Fragen widmen, wie die Räume für Solidarisierungen verschiedener Feminismen aussehen können und wie wir Solidarität für die Zukunft (neu) definieren.

Peggy Piesche (00:23:45)

In einer anschließenden Diskussion tauschen sich die beiden Vortragenden über ihre Inhalte aus und widmen sich Fragen aus dem Publikum. Weiter werden die Konzepte des Universalismus und des "Dritten Raumes" nochmal weiter erläutert. 

Diskussionsteil (00:16:23)

Beschreibung

Im Panel zum Thema der sozialen Frage und Antifeminismus sprach Prof. Annette Henninger (Uni Marburg): "Antifeminismus in Deutschland: Das Liberalisierungs-Paradox". Was ist das Liberalisierungsparadox? Zum einen ist es die Liberalisierung der Einstellung zu den Geschlechtern und zur Gleichstellung, zum anderen erstarken rechte Haltungen.

Wie lässt sich das Ganze erklären? Dazu führt Henninger Thesen auf: Antifeministische Haltungen versprechen eindeutige, festgelegte Identitäten, die im Hinblick auf Unsicherheiten diese vermeintlich beruhigen können. Das führt zu einer De-Thematisierung sozialer Ungleichheiten. Anhand mehrerer Fallstudien untermauert Henninger diese Thesen mit konkreten Ergebnissen. Dabei zeigt sie sechs Bereiche auf, die die Anschlussfähigkeit antifeministischer Diskurse im Mainstream beschreiben: die Ethnisierung von Sexismus, antifeministische Haltungen in der Wissenschaft, Sexualpädagogik, Mutterschaftsdiskurse, die Ehe für alle und politische Leitmedien.

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Argumente gegen antifeministische Behauptungen! | Andre Teilzeit - Elliott Tender

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Beschreibung

Youtuber Elliott Tender widmet sich ungefiltert gängigen Argumenten, die gegen Feminismus aufgebracht werden. Elliott greift die Argumente auf und erklärt, wieso die Logik dahinter nicht wirklich Sinn macht. Elliot nimmt dabei Bezug zu den Ursprüngen heutiger feministischer Strömungen, wie wichtig intersektionales Denken im Feminismus ist und, dass Gesetze und gelebte Realität nicht gleichbedeutend sind.

Folgende sechs Argumente werden angesprochen:

  • "Feminismus ist Männerhass"
  • "Wir sind gleichberechtigt und können machen was wir wollen"
  • "Feminismus schreibt vor, wie man zu leben hat"
  • "Männer und Frauen sind von Natur aus verschieden"
  • "Auch Männer werden in Werbungen sexualisiert"
  • "Männer werden auch vergewaltigt"