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Anti-Gender

Anti-Gender beschreibt die Haltung der sogenannten Anti-Gender-Bewegung. Sie ist eine transnationale, also mehrere Nationen übergreifende, antifeministische Bewegung. Darunter sammeln sich zum Beispiel (rechts-)konservative und religiös fundamentalistische Akteur*innen. Allein der Begriff ‚Gender‘ löst bereits eine Abwehrhaltung aus: Antigenderist*innen gehen von einer von ihnen als ‚Gender-Ideologie‘ oder ‚Gender-Diktatur‘ bezeichneten Bedrohung aus, die in ihren Augen die vermeintlich natürliche oder göttliche Ordnung der Geschlechter und die Gesundheit und Sicherheit von Kindern gefährde (Stichwort ‚Frühsexualisierung).

Dabei kritisieren sie beispielsweise die staatliche Finanzierung von Geschlechterforschung als universitäre Disziplin, welche sie als Ideologie ansehen und ihre Wissenschaftlichkeit absprechen.

Beschreibung

Das Video dokumentiert die Vorstellung des Berichts „The Next Wave: How Religious Extremism Is Regaining Power“ am 26. Juni 2025 im Europäischen Parlament in Brüssel.

Neil Datta, Exekutivdirektor des European Parliamentary Forum for Sexual and Reproductive Rights (EPF) ist der Autor des Berichts. Der Bericht basiert auf fünf Jahren Forschung zu Anti-Gender-Bewegungen in Europa und ihren globalen Verflechtungen. David Paternotte, Soziologe an der Université libre de Bruxelles, liefert eine fundierte akademische Einordnung. Alexandra Geese, Abgeordnete der Grünen im Europaparlament, ergänzt politische Perspektiven.

Im Fokus des Berichts:Wie religiös motivierte Anti-Gender-Akteur*innen gezielt gegen Gleichstellung, queere Rechte, sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung sowie gegen Teilaspekte von Kinderrechten und demokratischer Meinungsfreiheit vorgehen.

Zwischen 2019 und 2023 investierten rund 275 Organisationen in 28 europäischen Ländern (EU und darüber hinaus) etwa 1,18 Milliarden US-Dollar in Anti-Gender-Aktivitäten.

Fragen (und möglicherweise unerwartete Antworten) aus dem Bericht:

  • Welches Land ist Spitzenreiter bei der Finanzierung? USA, Russland oder Deutschland?
  • Welche Staaten spielen eine Schlüsselrolle?
  • Welche fünf Strategien nutzen die Akteur*innen besonders häufig?

Die Analyse zeigt: Diese Bewegungen sind längst kein Randphänomen mehr. Sie agieren international vernetzt, verfügen über erhebliche finanzielle Mittel und beeinflussen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft.

Der Bericht gliedert Anti-Gender-Aktivismus zudem in fünf strategische Handlungsfelder:

  • Religiöse Einflussnahme
  • Zivilgesellschaftliche Mobilisierung
  • Politische Lobbyarbeit und Parteieinfluss
  • Geopolitische Einflussnahme
  • Produktion und Manipulation von Wissen

Diese Entwicklungen stellen eine zentrale demokratiepolitische Herausforderung dar – für Bildung, Zivilgesellschaft und Parlamente gleichermaßen. Das Video bietet einen fundierten Einstieg und eignet sich ideal für bildungspolitische Auseinandersetzungen mit Antifeminismus und autoritären Bewegungen.