Der Journalist Thomas Gesterkamp spricht im Rahmen der Netzwerk-Tagung „Haltung zeigen" mit dem Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Dr. Klaus Theweleit zur Frage „Ist Männlichkeit gefährlich?“. Theweleit spricht über psychoanalytische Ansätze zu Männlichkeit und Männern. Dabei geht es um Themen wie die Verbindung von Faschismus, Körperpanzer und Militarismus, Aggressionen, Beziehungsverhalten und Geschlechterrollen. Auch Incels (engl. "involuntary celibates", zu deutsch "unfreiwillige Zölibatäre") und rechter Terror werden thematisiert.
Der Begriff Biologismus beschreibt die Übertragung vermeintlich natürlicher Gegebenheiten auf soziale oder kulturelle Sachverhalte. Antifeministische Akteur*innen machen sich diese Argumentation gegen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt zu Nutze, indem auf die vermeintlich ‚biologische Zweigeschlechtlichkeit‘, die vermeintlich ‚natürliche Dominanz von Männern‘ oder eine vermeintlich ‚evolutionsbedingt Heterosexualität‘ verwiesen wird, um eine cis-heteronormative Gesellschaft zu erhalten. Vor allem im Kontext von Transfeindlichkeit taucht diese Argumentation häufig auf.
Auch in Bezug auf andere Unterdrückungsformen wie Rassismus oder Antisemitismus wurden in der Geschichte immer wieder biologistische Argumentationen verwendet, um diese zu rechtfertigen (Stichwort ‚Ra*senlehre‘).
Für das gleiche Phänomen wird auch der Begriff ‚Essentialismus‘ verwendet.