Demokratiefeindlichkeit

Unter Demokratiefeindlichkeit werden sämtliche Einstellungen verstanden, die sich gegen zentrale Pfeiler der Demokratie richten. Demokratiefeindliche Einstellungen treten häufig in Kombination mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und/oder rechten Weltbildern auf. Innerhalb von Antifeminismus richten sie sich dabei z. B.  gegen Menschenrechte, wie den Schutz von Minderheiten (z. B.  trans*, inter* oder homosexuelle Personen), die Gleichheit und Gleichwertigkeit aller Menschen oder die gesellschaftliche und politische Teilhabe von queeren Menschen.

Beschreibung

Warum Rechtspopulismus und Antifeminismus so gut zusammenpassen

Dr. Floris Biskamp der Uni Tübingen spricht über Wahlplakate der Alternative für Deutschland (AfD) und welche Parteien überhaupt zum Rechtspopulismus zählen. Diese Parteien sind vereint durch Nativismus (auch völkischer Nationalismus), Autoritarismus, und Populismus. Daraufhin erklärt Biskamp, wieso der Rechtspopulismus so gut mit Antifeminismus zusammenpasst. Im Anschluss erläutert er, welche geschlechterpolitischen Positionen von rechtspopulistischen Parteien bezogen werden und wieso. Der ganze Vortrag ist untermalt mit Beispielen aus unterschiedlichen europäischen Ländern.

Video 1 Warum Rechtspopulismus und Antifeminismus so gut zusammenpassen (00:28:31)

Geschlecht als Kampfarena. Autoritäre Tendenzen in Geschlechter- und Familienpolitiken

Danach sprach Juliane Lang der Uni Marburg. Auszug aus dem Abstract zum Vortrag:

"Im Vortrag gehe ich dem komplexen Wechselspiel zwischen autoritären Einstellungen der Einzelnen und autoritären Dynamiken moderner Gesellschaften nach und befrage die beiden MitteStudien (Decker et al 2018; Zick et al 2019) nach Erklärungsmodellen. An Fallbeispielen lässt sich aufzeigen, wie auf Politiken der Diversifizierung von Lebensweisen wiederum rechts-autoritäre Gegenmobilisierungen folgen: so provozierte die jahrelange Debatte um die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften jahrelangen lautstarken Gegenwind – auch wenn an ihrer letztlichen Verabschiedung im Sommer 2017 nun nicht mehr zu rütteln ist."

Video 2 Geschlecht als Kampfarena. Autoritäre Tendenzen in Geschlechter- und Familienpolitiken (00:44:36)

Frauen in der EU: Wie gleichberechtigt leben wir eigentlich? | ARTE Journal - ARTEde

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Beschreibung

Moderatorin Sira Thierij berichtet über die jüngsten Entwicklungen in den Bereichen Feminismus und Gleichstellung innerhalb der Europäischen Union (EU). Dabei definiert Thierij zunächst die Bedeutung von Feminismus und zeigt am Beispiel von Spanien, wie das Thema Wahlkämpfe beeinflussen kann. Desweiteren wirft Thierij einen Blick auf das EU-Recht: Obwohl die Gleichstellung der Geschlechter im EU-Recht festgeschrieben ist, zeigt der Gleichberechtigungsindex (alle zwei Jahre) eine komplexe Umsetzung. Hat sich also in der EU etwas verändert? Welche Faktoren spielen zudem eine wichtige Rolle? Im Fokus stehen Ungarn, Polen, und Italien.

Das Ende von Roe v. Wade in den USA - Illegalisierung von Abtreibungen durch den Supreme Court - Petra-Kelly-Stiftung

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Beschreibung

Das Gerichtsurteil des Supreme Courts von Roe v. Wade aus 1973 ermöglichte die Legalisierung der Abtreibung: Das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch wurde als private Entscheidung eingestuft, in die sich der Staat nicht einmischen darf. Im Jahr 2022 wurde dieses Recht vom Supreme Court rückgängig gemacht. Was diese Entscheidung für Folgen hat, erklärt die Leiterin des Demokratie-Programms der Heinrich-Böll-Stiftung in Washington, Ella Müller, im Gespräch mit der Journalistin und Autorin Madeleine Hofmann. 

Dabei gibt Müller zunächst einen historischen Überblick über die Entwicklung der liberalen Grundwerte seit den 1960ern. Laut Müller werde seit den 2000ern die Gegenbewegung der Liberalisierung immer stärker. Der Angriff auf die Selbstbestimmung von schwangerschaftfähiger Menschen reihe sich ein in weitere Angriffe auf die Freiheitsrechte von bestimmten Personengruppen. In welchen Bereichen also zeigt sich die Radikalisierung der Einschränkung von Bürger- und Freiheitsrechten?

Diese Bereiche seien neben der Einschränkung des Rechts auf Abtreibung, der Angriff auf die Rechte von trans Personen, die systematische Attacke auf das Wahlrecht und das Einschränken der Rechte queerer Menschen, die durch Gesetze wie "Don´t say gay bills", welche zum Beispiel Bildungsressourcen zu Sexualität und Gender in Schulen weitestegehend verbieten, eingeschränkt werden. 

Müller geht außerdem auf die unterschiedlichen Reaktionen auf das Urteil in den verschiedenen Bundesstaaten der USA ein und welche Schritte von den jeweiligen Regierungen zu erwarten seien. Das Gespräch geht zum Schluss auf den Stand der Demokratie in den USA ein: Besteht hier die Gefahr einer Deliberalisierung?

Antifeminismus: Judith Rahner im Gespräch bei Allgäu rechtsaußen #009 - Allgäu rechtsaußen

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Beschreibung

Antifeminismus ist eng mit der extremen Rechten verbunden. Mit dem Erstarken des Rechtsextremismus und -Populismus wird somit auch der Antifeminismus immer weiter verbreitet und stärker anerkannt. Was ist also Antifeminismus? Welche Berührungspunkte mit anderen gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten hat Antifeminismus? Auf welchen Geschlechterrollen fußt Antifeminismus und wie sieht es bei rechten Frauen aus?

Auch bei rechten Terrorattacken wie dem Attentäter von Halle spielte antifeministisches Gedankengut eine zentrale Rolle. Und dennoch wird Antifeminismus auch in der politischen Mitte anerkannt. Welche aktuellen Beispiele im breiten gesellschaftlichen Diskurs gibt es gerade? Organisierte antifeministische Angriffe gegen Schwangerschaftsabbrüche im Allgäuer Umfeld (u. a. in Memmingen siehe "Lebensschützer im Allgäu: Professionell und ohne Kompromisse", Magdalena Zimmermann 2019) werden in diesem Beitrag ausführlicher behandelt. Im Gespräch mit den Macher*innen von Allgäu rechtsaußen erklärt Judith Rahner, Leiterin der Fachstelle Gender, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung, wie weit verbreitet Antifeminismus ist, was ihn gefährlich macht, und was man dagegen tun kann.

Themen, die außerdem behandelt werden, sind:

  • Leerstellen im Themenfeld Antifeminismus
  • rechte rassistische Instrumentalisierung des Themas Gewalt gegen Frauen
  • Diskurse über Kindeswohl und des antifeministischen Begriffes der "Frühsexualisierung"
  • die Veschwörungserzählung des sogenannten "großen Austauschs"