Der Journalist Thomas Gesterkamp spricht im Rahmen der Netzwerk-Tagung „Haltung zeigen" mit dem Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Dr. Klaus Theweleit zur Frage „Ist Männlichkeit gefährlich?“. Theweleit spricht über psychoanalytische Ansätze zu Männlichkeit und Männern. Dabei geht es um Themen wie die Verbindung von Faschismus, Körperpanzer und Militarismus, Aggressionen, Beziehungsverhalten und Geschlechterrollen. Auch Incels (engl. "involuntary celibates", zu deutsch "unfreiwillige Zölibatäre") und rechter Terror werden thematisiert.
Als Incels (Kofferwort aus engl. Involuntary celibates = unfreiwillige Zölibatäre) beschreiben sich hauptsächlich junge, heterosexuelle Männer, die in ihrem Leben keinen oder kaum Sex hatten und das als Problem ansehen. Die Incel-Community ist eine transnationale Community und tauscht sich aktiv auf gängigen Social-Media-Plattformen und Internetforen aus. Für ihre Probleme verantwortlich machen sie Frauen, die ihrer Ansicht nach unverhältnismäßige Attraktivitätsansprüche an ihre Sexualpartner hätten, und den Feminismus, da er Frauen sexuelle Selbstbestimmung ermöglicht. Ähnlich wie Männerrechtler, glauben auch Incels, dass Frauen mehr Macht als Männer hätten. Ihre Weltsicht ist stark von Verschwörungserzählungen und Misogynie, sowie anderen Formen der Diskriminierung und teilweise Rechtsextremismus geprägt. Aus der Incel-Community heraus kam es schon mehrfach zu Attentaten (siehe auch Schlagwort Radikalisierung/Terror).