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Rechtspopulismus

Rechtspopulismus ist ein Kommunikations- und Politikstilmittel. Dabei werden rechtskonservative bis rechtsextreme Inhalte über populistische Kommunikation verbreitet. Populismus kommt vom Begriff ‚populus‘, griechisch für Volk. Wer Populismus als Stilmittel verwendet, versucht in Aussagen immer eine möglichst breite Öffentlichkeit (‚das Volk‘) anzusprechen. Dadurch geht notwendige Differenzierung verloren und politische oder soziale Phänomene werden stark verkürzt und emotionalisierend/polarisierend dargestellt. Antifeministische Akteur*innen bedienen sich rechtspopulistischer Argumentation, wenn z. B. in Parolen gegen Abtreibungen gehetzt wird (‚Abtreibung ist Mord‘) oder trans Frauen fälschlicherweise als Gefahr für cis Frauen stilisiert werden.

Beschreibung

Natascha Strobl, Rechtsextremismus-Expertin, beschreibt in diesem Kurzvideo den Zusammenhang zwischen Antifeminismus und rechten, rechtsextremistischen und faschistischen Ideologien und erläutert, dass und auf welche Weise diese Ideologien immer auch antifeministisch sind. Sie zeigt, dass Antifeminismus nicht nur ein Begriff in der Diskurstheorie ist, sondern dass ihm einerseits bestehende materielle Ungleichheiten und andererseits konkrete Vorstellungen darüber zugrunde liegen, wie die Gesellschaft neu geordnet werden soll. Wie sieht es also beispielsweise um Anerkennung und Belohnung in Arbeit, Sorgeabeit, Bildung und Erziehung aus? Wie (un)gleich sind Macht und Einkommen verteilt und was wünschen sich Feminist*innen und Antifeminist*innen für die Zukunft? Diese Fragen müssen auch immer intersektional z. B. im Zusammenhang mit Klasse, Ethnie und Herkunft verhandelt werden.

Natascha Strobl macht deutlich, dass es von verbalem Antifeminismus hin zu Gewalt nicht weit ist: Wenn antifeministisches Gedankengut in allen Gesellschaftsschichten verbreitet ist, kann es auch überall dort als Rechtfertigung und Ausgangspunkt für vielfältige Formen von Gewalt herhalten, von denen Femizide nur die Spitze des Eisbergs sind. 

Die abschließenden Ausführungen machen Hoffung: Natascha Strobl benennt Projekte und Bewegungen, die intersektional denken und feministische Forderungen voran bringen. Es gibt sie weltweit: In Lateinamerika, den USA, Deutschland ...