Rassismus

Rassismus beschreibt die Diskriminierung von Menschen auf Grund ihrer Hautfarbe, Herkunft, Kultur oder Religion. Beispiele sind anti-Schwarzer Rassismus oder Antiromaismus. Rassismus kann sich auf Einstellungsebene als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit äußern. Rassismus und Antifeminismus haben Überschneidungspunkte. So beruhen viele Rassismen und Antifeminismen auf einer Ideologie der Ungleichwertigkeit und biologistischen Argumentationen. Menschen, die rassistische Einstellungen teilen, sind zu hoher Wahrscheinlichkeit auch antifeministisch eingestellt. Außerdem sind Rassismus und Antifeminismus über verschiedene Verschwörungserzählungen, z. B. die des ‚großen Austauschs‘, gekoppelt und spielen eine zentrale Rolle in rechten Weltbildern.

Beschreibung

Im Panel zum Thema der sozialen Frage und Antifeminismus sprach Prof. Annette Henninger (Uni Marburg): "Antifeminismus in Deutschland: Das Liberalisierungs-Paradox". Was ist das Liberalisierungsparadox? Zum einen ist es die Liberalisierung der Einstellung zu den Geschlechtern und zur Gleichstellung, zum anderen erstarken rechte Haltungen.

Wie lässt sich das Ganze erklären? Dazu führt Henninger Thesen auf: Antifeministische Haltungen versprechen eindeutige, festgelegte Identitäten, die im Hinblick auf Unsicherheiten diese vermeintlich beruhigen können. Das führt zu einer De-Thematisierung sozialer Ungleichheiten. Anhand mehrerer Fallstudien untermauert Henninger diese Thesen mit konkreten Ergebnissen. Dabei zeigt sie sechs Bereiche auf, die die Anschlussfähigkeit antifeministischer Diskurse im Mainstream beschreiben: die Ethnisierung von Sexismus, antifeministische Haltungen in der Wissenschaft, Sexualpädagogik, Mutterschaftsdiskurse, die Ehe für alle und politische Leitmedien.

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Hass im Netz und was wir dagegen tun können | Kübra Gümüşay - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt

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Beschreibung

In ihrem Vortrag spricht Kübra Gümüşay, Jounalistin, Bloggerin und Netzaktivistin, über Hass im Netz. Sie geht auf das jüngste Erstarken rechter Positionen und offenkundigen Rassismen und Sexismus ein. Hassaktivitäten werden immer beiläufiger. Das Internet bietet für diesen Hass ein Echo, denn es gibt selten eine negative Sanktionierung. Durch das ständige Widerspiegeln wird der Hass dauerhaft bestätigt. Und was passiert, wenn wir immer nur mit den Dingen bespielt werden, die wir vermeintlich sehen wollen? Es erfolgt eine Radikalisierung im Netz: Wie gehen wir mit dieser Abspaltung um? Und ist eine Annäherung unterschiedlicher Sichtweisen noch möglich?

Das Erkennen unterschiedlicher Positionen ist für Gümüşay ein wichtiger Bestandteil eines zeitgemäßen Feminismus. Ein intersektionaler Feminismus nimmt Strukturen und Zusammenhänge unterschiedlicher Unterdrückungsformen wahr. So geht es darum, gegen unterschiedliche Diskriminierungsformen aktiv zu werden, oder zumindest Diskriminierungen nicht zu reproduzieren. Wir können alle auf unterschiedliche Weise aktiv werden und handeln, was Gümüşay als Kompromiss zwischen Idealen und Realität beschreibt. Was Gümüşay vermisst, ist Wohlwollen. Wohlwollen für Menschen, die in ihrem Handeln eventuell Diskriminierungen wiedergeben. Ohne Wohlwollen droht nämlich die Angst, etwas falsch zu machen und damit Menschen davon abzuhalten, aktiv zu werden. Letztendlich gibt es laut Gümüşay keine perfekte Feministin, aber es zu versuchen ist auf jeden Fall besser, als nichtmal damit anzufangen. 

Vortrag Prof. Randeria // Fachveranstaltung "Keine Alternative zur Demokratie" - Deutscher Frauenrat

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Beschreibung

Prof. Dr. Shalini Randeria, Rektorin des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (OWM Wien), referiert zum Rückschlag gegen reproduktive Rechte, der Rückkehr des Pronatalismus.

Antifeministische und ultrakonservative Kräfte sind in ganz Europa auf dem Aufstieg. Das hat besonders starke Auswirkungen auf reproduktive Rechte. Randeria erläutert Antinatalismus, das Einschränken von Geburten, sowie Pronatalismus, das Fördern von Geburten. Beide Konzepte sind entscheidende Einschnitte in die reproduktive Autonomie und verwoben mit Nationalismus und Rassismus. Randeria beginnt damit, festzustellen, dass reproduktive Rechte schon immer für viele Frauen aufgrund der Herkunft oder Klasse de facto eingeschränkt waren und nur einer privilegierten Minderheit zugesprochen wurden. Mit einem Fokus auf Pronatalismus erklärt Randeria das nationalistische Bestreben, weiße Familien zu vermehren und die Panik vor dem „Aussterben“ – eine Haltung, die zutiefst von Eugenik (Wissenschaft von der Verbesserung der Erbanlagen in der menschlichen Bevölkerung, mehr dazu)  geprägt ist und immer gesellschaftsfähiger wird. Bevölkerungspolitik ist immer mit Fragen um Migration verknüpft. Nicht nur in osteuropäischen Ländern besteht dieses Phänomen – Randeria erläutert speziell Beispiele aus Dänemark, Schweden und Deutschland.